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Isobels Blutrubin

Autorenbild: Rosa Noctis Poetica
Rosa Noctis Poetica
6. Juni
1 Min. Lesezeit
Rosa Noctis Poetica: Isobels Blutrubin | deutsche Lyrik

Wie oft träumte sie, zu fallen

Blutrubin auf kaltem Stein

Aasvögel kreisend über allem

Die Augen fern von jeder Pein.

 

Sie stand allein auf hoher Wacht

Wind ging ihr durchs Haar

Kein Mondstrahl durch die Nacht -

Allein ihr Geist war seltsam klar.

 

Ein Abgrund tat sich auf

Sie ins Herz der Tiefe ziehend

Nirgends war ein Weg hinaus -

So wie jener Alb gewiss kein süßer.

 

Nun wandte sie den Rücken

Hades Schlund im Nachtkleid zu

In der Schwärze um sich blickend -

Mit des Gleichmuts stiller Ruh’.

 

Die Arme ausgebreitet

Zum Kreuz, ließ sie sich fallen

Rücklings, umhüllt von Sternenseide

Die Aasvögel kreisend über allem.

 

Sie schloss die taubengrauen

Augen - bereit für die Ewigkeit

Sich ihrem Schicksal anvertrauend

Und dem dunklen Wind der Zeit.

 

Blutrubin auf kaltem Stein

Keines Herzens trautes Pochen

Im Leben wie im Tod allein -

War sie an sich selbst zerbrochen.


Rosa Noctis Poetica




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