Isobels Blutrubin


Wie oft träumte sie, zu fallen
Blutrubin auf kaltem Stein
Aasvögel kreisend über allem
Die Augen fern von jeder Pein.
Sie stand allein auf hoher Wacht
Wind ging ihr durchs Haar
Kein Mondstrahl durch die Nacht -
Allein ihr Geist war seltsam klar.
Ein Abgrund tat sich auf
Sie ins Herz der Tiefe ziehend
Nirgends war ein Weg hinaus -
So wie jener Alb gewiss kein süßer.
Nun wandte sie den Rücken
Hades Schlund im Nachtkleid zu
In der Schwärze um sich blickend -
Mit des Gleichmuts stiller Ruh’.
Die Arme ausgebreitet
Zum Kreuz, ließ sie sich fallen
Rücklings, umhüllt von Sternenseide
Die Aasvögel kreisend über allem.
Sie schloss die taubengrauen
Augen - bereit für die Ewigkeit
Sich ihrem Schicksal anvertrauend
Und dem dunklen Wind der Zeit.
Blutrubin auf kaltem Stein
Keines Herzens trautes Pochen
Im Leben wie im Tod allein -
War sie an sich selbst zerbrochen.

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