Traumbild unter Giganten
- Poesie & Wein

- 2. Juli
- 1 Min. Lesezeit

Der Nachtwind gellt durchs Astgeflecht,
der Mammutbaum, ein schwarzer Thron,
ragt stumm empor, ein Urgeschlecht,
und spottet jedem Menschensohn.
Ein Zusammentreffen von Fremdlingen,
geführt von dumpfer Geisterhand,
die stumm mit ihren Schatten ringen,
verbannt in dieses Schauerland.
Es treibt uns an ein wilder Drang
nach Nähe, die das Herz verbrennt,
ein Fieber, das uns süß bezwang,
weil keiner hier den Andern kennt.
Doch nicht in Schmerz die Sehnsucht endet,
da uns das Treffen Trost verleiht.
Das Schicksal hat das Blatt gewendet,
das Licht besiegt die Dunkelheit.
Das Grauen flieht, die Kälte weicht,
weil Hand in Hand die Furcht zerrinnt.
Zwei Fremde haben sich gereicht,
was heilend uns zusammenspinnt.
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