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Rausch

  • Autorenbild: Poesie & Wein
    Poesie & Wein
  • 16. Juli
  • 1 Min. Lesezeit
Poesie & Wein: Rausch | deutsche Lyrik

Der Kelch schäumt über, dunkel wie das Blut,

das heimlich in den Fiebernächten brennt.

Wir trinken von der tiefen, schweren Glut,

die keine Reue und kein Morgen kennt.

Dein Atem wiegt sich schwer im Kerzenschein,

ein stummer Vers, der Haut und Geist durchdringt.

Wir gießen die Poesie ins Fleisch hinein,

bis jedes Lied von nackter Wollust singt.

Kein Gott bewacht den Rausch, den wir erwählt,

im Seidenschatten taut das Letzte auf.

Wo sich die Kunst mit Fleisch und Sünde vermählt,

nimmt das Schicksal stumm den dunklen Lauf.

Ein Schluck vom Wein, ein Kuss im Sündenhemd,

der Reim verglüht auf deiner heißen Haut.

Wir sind uns selbst im hellen Tage fremd,

doch dieser Nacht auf ewig anvertraut.


Poesie & Wein



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