Ein Ort aus Wind und Stille
- Rosa Noctis Poetica
- vor 6 Tagen
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Fernab von den Dingen
Es ist ein heißer Sommernachmittag. Die Sonne brennt mit ungebremster Stahlkraft vom Himmel. Nur vereinzelte Schönwetterwölkchen durchbrechen das klare Blau.
Zu meinen Füßen erstreckt sich ein weites Tal aus sanft gewellten Hügeln und wohltuendem Grün. Inmitten dieser malerischen Landschaft schmiegt sich ein mittelalterliches Städtchen anmutig in den dunstgeschwängerten Julitag.
Ein steter Wind kühlt mir die sonnenwarmen Wangen. Es ist die allgegenwärtige Thermik, welche den bewaldeten Berghang umspült. Ein Mäusebussard gleitet lautlos und elegant auf ihren verlässlichen Schwingen dahin. Plötzlich stößt er pfeilgerade hinab. Auf der Jagd nach einer ahnungslosen Beute. Sein aufgeregter Ruf steigt in die Stille. Ob er die Trophäe geschlagen hat?
Der Ort liegt einsam, fernab von den Dingen. Die Luft schmeckt klar, würzig, unverbraucht. Ich kann hier stundenlang hoch über der Stadt sitzen. Einfach nur sein. Verträumt ins Tal hinunter blicken. Schweigen. Atmen. Frei und unbeschwert. Nichts stört den Frieden dieses wunderschönen Fleckens. Hin und wieder sieht man einen Spaziergänger und seinen unbeschwerten Hund vorübergehen.
Meine Zehen in den leichten Sandalen werden von der Thermik umschmeichelt. Sie wackeln. Die Zeit steht still. Der Wind weht. Die Sonne wärmt mich. Ich möchte nirgendwo sonst auf der Welt sein.