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Chimaera

Autorenbild: Rosa Noctis Poetica
Rosa Noctis Poetica
16. Mai
1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 10. Juli

Rosa Noctis Poetica: Chimaera

Es träumt der Wind im Morgengrau

Auf einem Ruhebett aus Tau

Von zarten, blauen Pastelltönen

Die jener frühen Stunde frönen

Mit der Rabenkrähen Glast

Erhebt er sich von seiner Rast

Ihr Nachtgefieder glutvoll glimmt

Wenn heiser ihre Klag’ ergrimmt

Betört von Samt und dunkler Sünde

Die vom Dunst des Morgens künde

Wie Spukgestalten, bleich und weich

Entsteigen sie dem Blütenreich

Ob Lenz sein Zartestes bewahrte

Wenn Chimaera sich offenbarte?

Zerfällt der Seidenglanz zu Staub

Wie im Spätherbst einst das Purpurlaub?

Es ragt ein Goldpalast der Schatten

Den Meister Schwarzrock kühn erdachte

Vor dessen Abglanz graut die Sonne –

Ist er doch von trügerischer Wonne.

 

Rosa Noctis Poetica



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