Die grüne Fee und der schwere Schlaf
- Poesie & Wein

- 9. Juli
- 1 Min. Lesezeit

Vom Rande des Pokals, wo blass und grün
das Gift der Fee in meiner Hand zerfließt,
steigt nun das Feuer in den Geist empor.
Ich sehe, wie aus tiefen, schwarzen Quellen
die dunkle Kunst des Schöpfens wild erwacht.
Ein tiefer Schluck Absinth, die Welt verschwimmt,
das graue Elend weicht dem schweren Traum.
Es webt das weiße Opium im Kopf
den dichten Schleier um den matten Sinn
und dehnt die engen Wände in das All.
O heil’ger Rausch, der uns die Zeit zerbricht.
Wo Geist und Wahnsinn sich im Dunkeln einen,
versinkt das müde Fleisch im Nichts der Nacht.
Und wenn das Bild des Rausches blass verfliegt,
tritt sanft der Schlaf heran, der Sohn des Todes,
und deckt das Leben zu mit schwarzem Samt.
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