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Der Schatten Kuss

  • Autorenbild: Poesie & Wein
    Poesie & Wein
  • vor 23 Stunden
  • 1 Min. Lesezeit
Poesie & Wein: Der Schhatten Kuss | deutsche Lyrik

Der Herbstwind rüttelt an den müden Kronen,

wir wandeln stumm auf herben, nassen Pfaden,

wo graue Nebel in den Gründen wohnen,

von schwerer, alter Sehnsucht tief beladen.

 

Ich halte deine Hand, sie zittert leise,

doch gilt dein Zittern nicht der fernen Reise,

die wir gemeinsam durch das Dunkel gehen.

Du suchst ein Antlitz, das wir nicht mehr sehen.

 

Dein Blick verliert sich in den bleichen Weiden,

dort, wo ein andrer einst dein Herz berührt.

Ich teile deines Herzens tiefes Leiden,

weil mich mein eigner Pfad ins Gestern führt.

 

Zwei Seelen sind wir, die sich nah erscheinen,

doch jeder weint sein eignes, altes Weinen.

Wir küssen uns, und schmecken in den Küssen nur das,

was wir für immer missen müssen.

 

So ziehn wir fort, einander treu ergeben,

und doch geschieden durch ein totes Leben.

Zwei Schatten gleich, die sich im Lichte fliehen,

weil tote Lieben durch unsere Herzen ziehen.


Poesie & Wein



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