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Der Nebelgarten

Autorenbild: Rosa Noctis Poetica
Rosa Noctis Poetica
1. Okt.
1 Min. Lesezeit
Rosa Noctis Poetica: Der Nebelgarten | deutsche Lyrik

Nebel schwimmt im Garten,

im Meer aus Kältedampf.

Scheue Sonnenstrahlen

scheinen glockensanft.

 

Späte Rosen tragen Blüte

fern der Sommerzeit.

Dahlien und Sonnenhüte

stehn im Farbenkleid.

 

Die Morgen duften still,

nach Reif und dunklen Feldern.

Ein banges Herbstgefühl

liegt frostfein auf den Wäldern.

 

Tage glänzen, schimmern,

poliert und blank wie Glas.

Ein trügerisches Flimmern

von Sonnenschein im Gras.

 

Vögel gleiten schweigsam,

frei und unverstellt.

Im Garten steht ein Mann

und blickt zum Himmelszelt.

 

Er sieht die Rosen schwelgen,

doch sehnt sich davon fort.

Fort von all dem Welken

an diesem Nebelhort.

 

Verspieltes Liebeswispern

schwebt in seinen Traum.

Trotz aller Herbstgespinste

fühlt er die Kälte kaum.

 

Er denkt an graue Augen,

stürmisch wie ein Meer.

Darin treiben Wolkentrauben

unbezähmt umher.

 

Sein Antlitz ziert ein Lächeln,

als er an sie denkt.

Er trinkt ihr Atemfächeln,

das glutvoll auf ihm brennt.


Rosa Noctis Poetica



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