Muse
- Poesie & Wein

- 25. Juni
- 1 Min. Lesezeit

Wenn die Welt draußen leise wird und fremd,
und der Wind die alten Sorgen durch die Gassen treibt,
dann zieh’ ich mich zurück in das Reich, das uns gehört,
wo kein fremdes Auge unsere Stille stört.
Du trittst aus dem Schatten, so sanft und so nah,
und plötzlich ist alles, was ich suchte, da.
Dein Blick ist der Spiegel, in dem ich mich find’,
wenn meine Gedanken im Dunkeln verloren sind.
Du legst deine Hand auf mein pochendes Herz,
und mit einem Lächeln vertreibst du den Schmerz.
Du bist nicht nur Muse, die Worte mir schenkt,
du bist die Liebe, die all mein Handeln lenkt.
Wie ein tiefes Blau ist die Nacht um uns her,
doch in deinem Arm ist kein Schicksal mehr schwer.
Ich schreibe die Zeilen auf deine Haut,
ein ewiger Schwur, nur uns beiden vertraut.
Lass die Welt dort draußen in Kälte vergehn,
solang wir uns hier in die Augen sehn.
Dein Atem ist Rhythmus, dein Herzschlag der Reim,
in deiner Seele bin ich endlich daheim.
Wir brauchen kein Gold und kein Tageslicht,
solange dein Feuer die Finsternis bricht.
Komm, lass uns versinken, so tief und so weit,
zwei selige Schatten in der Unendlichkeit.
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